Grafik-Blog

Über Erkenntnisse aus dem Alltag – belegt und auch nur gefühlt.

Willkommen zu meinem Grafik-Blog, kurz Glog. Hier finden Sie «Kleine Wahrheiten» und Hintergründe dazu.

Ich sitze im Zug. Im Abteil vor mir höre ich, wie ein junger Mann seinem Freund versucht, einen Cartoon von Gary Larson zu erklären. Es ist aussichtslos. Nach rund zehn Minuten wird es im Abteil vor mir ruhig.

Kolleginnen und Kollegen, die den Humor dieses amerikansichen Cartoonisten teilen, bestägigen mir: Entweder man versteht seinen Humor oder nicht.

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Oft habe ich das Gefühl, dass wir in unserer Konsumgesellschaft vergessen, was uns Freude bereitet. Es sind die unverfügbaren Momente – Situationen, die ich mir nicht kaufen kann: ein toller Abend mit Freunden, ein spontanes Gespräch mit einer unbekannten Person im Zug, das Nickerchen in einer Wiese oder der erste Regen nach einer Trockenperiode.

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Das Gesetz von Tesler – auch das Gesetz der Erhaltung der Komplexität genannt – besagt, dass es für jedes System eine bestimmte Menge an Komplexität gibt, die nicht reduziert werden kann.

Ein Beispiel: Sie haben eine Fernbedienung für einen Fernseher. Damit können sie die üblichen Befehle ausführen, wie Programm wechseln, Lautstärke regeln, Untertitel steuern, Quelle auswählen etc. Designer können nun entscheiden, wie detailiert die Bedienknöpfe auf der Fernbedienung sein sollen, respektive wieviele Knöpfe eine Bedienung gaben soll.

Sind es nur wenige Knöpfe, so muss ich wohl auf Tastenkombinationen zurückgreifen, um die verschiedenen Befehle ausführen zu können. Oder ich navigiere mich durch ein Menü auf dem Bildschirm. Sind es viele Knöpfe, dann kann es schnell unübersichtlich werden.

Kurz: die Komplexität zum Bedienen eines Fernsehers nimmt mit weniger Bedienknöpfen nicht ab.

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Rolf Dobelli gibt im Buch «Die Kunst des digitalen Lebens» (2019 veröffentlicht) Ratschläge für einen bewussteren Umgang mit der digitalen Welt. Er plädiert dafür, sich von ständigen Ablenkungen zu befreien und mehr Zeit für konzentriertes Arbeiten zu schaffen. Er betont die Bedeutung von Offline-Zeiten und rät dazu, soziale Medien bewusster zu nutzen. Der Autor warnt vor Informationsüberlastung und propagiert einen selektiven Umgang mit Nachrichten. Dobelli ermuntert dazu, sich auf das Wesentliche zu fokussieren, klare Ziele zu setzen und digitale Gewohnheiten kritisch zu hinterfragen. Insgesamt fordert er dazu auf, die Kontrolle über die eigene Zeit zurückzugewinnen und ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Online- und Offline-Aktivitäten zu finden.

In eine ähnliche Richtung zielte schon Neil Postman 1985 mit dem Buch «Amusing Ourselves to Death». Postman analysiert die Auswirkungen von Medien auf die Gesellschaft. Er vergleicht den Einfluss von Fernsehen und Buchdruck und argumentiert, dass die visuelle Natur des Fernsehens zu einer trivialisierten, unterhaltungsorientierten Informationskultur führt. Er warnt vor einer Gesellschaft, in der ernsthafte Themen in unterhaltsame Formate gepackt werden und somit ihre Bedeutung verlieren. Postman argumentiert, dass die Informationsüberflutung durch Fernsehen die Fähigkeit der Menschen zur kritischen Analyse beeinträchtigt. Im Zeitalter der Unterhaltung sollten wir uns bewusst sein, wie Medien die Wahrnehmung von Wirklichkeit beeinflussen und die Dringlichkeit einer aufklärungsorientierten Informationsvermittlung erkennen.

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Eigene Beobachtung: Je schneller eine öV-Verbindiung ist, desto weiter reisen die Pendler. Mir scheint deshalb, dass Pendler überspitzt gesagt immer gleichlang pendeln. Sie legen dabei einfach immer längere Strecken zurück.

Was war die Freude gross, als ich mir als Kind mit meinem Sackgeld das erste Mal etwas langersehntes kaufen konnte. In meinem Fall war es eines dieser Plastikflugzeuge, die man sich aus einem Baukasten zusammenkleben musste.

Die Freude verging aber relativ schnell, als das Flugzeug zusammengebaut war.

In meinem bisherigen Leben machte ich immerwieder ähnliche Erfahrungen.

Unsere niegelnagelneue Kaffeemaschine schnurrt vor sich hin. Fasziniert verfolge ich, wie der Kaffee vom Siebträger in die Tasse fliesst. Meine Frau steht nebenan und bereitet einen Smoothie vor. Genau in dem Zeitpunkt, als sie den Mixer startet, stellt die Kaffeemaschine ab. Fertig, schluss und aus. Die Lämpchen sind tod, die Temperaturanzeige schwarz und der Boiler schweigt.

Mein erster Gedanke: Ui, es hat die Sicherung rausgehauen. Wir sehen uns um. Hm? Die anderen Geräte in der Küche sehen zufrieden aus und geben blinkend und surrend weiterhin Lebenszeichen von sich. Auch der Mixer funktioniert noch. Ich gehe dennoch zum Sicherungskasten: Alles in Ordnung. Wir prüfen den Stecker der Kaffeemaschine und suchen nach weiteren Ursachen. Dann blitzt der entscheidende Gedanke durch den Kopf: Hat es noch Wasser im Tank?

Wir lernen, dass unsere Kaffeemaschine einfach abstellt, sobald der Wasserstand unter ein bestimmtes Niveau fällt. Beides war so nah: das Anstellen des Mixers und das Abstellen der Kaffeemaschine. Wir konnten der Verführung einfach nicht widerstehen, die beiden Ereignisse miteinander zu verknüpfen.

Es ist so, oder nicht?

ÖV-Pendler werden mir zustimmen. Man kann in der SBB-App beim Profil unter Benachrichtigungen angeben, ob man über Störungsinformationen benachrichtigt werden will.

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Bei mir spült es in Social-Media-Kanälen immerwieder Beiträge von Leuten in meinen Feed, die andere Beiträge kommentieren. Die anderen Beiträge sind oft Humbug. Mit dem Kommentieren von Humbug trägt man zur Verbreitung von diesem Humbug bei.

Meine Interpretation zur Schweigespirale.

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